Dienstag, Mai 02, 2006

v.v irgendwie gruselt das

Eine kurze Chronologie des Atomstreits seit 2003

Die internationale Kritik an der iranischen Atompolitik hält schon seit Jahren an. Im Westen, insbesondere in den USA, wird seit langem geargwöhnt, die Führung in Teheran strebe unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Wirklichkeit nach Nuklearwaffen. Die USA rechnen die Islamische Republik Iran zu den „Schurkenstaaten“; Politiker und überwiegend
neokonservative Kommentatoren plädierten seit dem 11. September 2001 mit Nachdruck für Präventivschläge gegen den Iran, vielfach auch mit dem Ziel eines Regimewechsels. Hingegen haben China und Russland vor allem ihre wirtschaftlichen Beziehungen zum, aber auch die militärische Zusammenarbeit mit dem Iran in den letzten Jahren erheblich ausgebaut

Februar bis Mai 2003: Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO inspizieren iranische Nuklearanlagen.

Juni 2003: IAEO-Chef Mohammed el-Baradei kommt in einem Bericht zu dem Schluss, der Iran habe „bestimmte Materialien und Aktivitäten“ verschwiegen. Die IAEO besteht auf der Ratifizierung eines Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag, die ungehinderte Inspektionen ermöglichen soll.

Oktober 2003: Nach Verhandlungen mit den Außenministern Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs (den so genannten EU-3) macht Teheran Zugeständnisse: Unterzeichnung des Zusatzprotokolls, Stopp der Urananreicherung und der
Wiederaufbereitung.

November 2003: Der IAEO zufolge hat der Iran die Produktion von Plutonium eingeräumt - ein klarer Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag, den Teheran 1970 ratifiziert hat.

Dezember 2003: Iran unterzeichnet das Zusatzabkommen zum Sperrvertrag, hat es bis heute jedoch nicht ratifiziert. Es ist somit nicht in Kraft.

September 2004: Entgegen der Abmachung von 2003 nimmt der Iran die Urananreicherung wieder auf. Die EU-3 verhandeln erneut mit Teheran, wonach der Iran im November die Anreicherung zunächst aussetzt.

August 2005: Der Iran nimmt seine Anlage zur Uranumwandlung in Isfahan nach achtmonatigem Stillstand wieder in Betrieb, bekundet jedoch, auf Urananreicherung solle weiter verzichtet werden.

September 2005: Die USA und die EU erwägen, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten. Der Iran droht im Gegenzug, die Urananreicherung aufzunehmen und unangemeldete Kontrollen zu untersagen. Eine IAEO-Resolution wirft dem Iran neuerlich Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag vor.

November 2005: Der Iran nimmt die Uranumwandlung in Isfahan wieder auf. Nach einem IAEO-Bericht hat das Land in den 80er Jahren Bauanleitungen für Atomwaffen aus Pakistan erhalten.

Januar 2006: Der Iran kündigt an, seine Nuklearforschung zum Brennstoffkreislauf wieder aufzunehmen zu wollen; am 10. Januar werden die Siegel der IAEO auf den entsprechenden Anlagen gebrochen


~~ made by wikipedia ~~

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

neokonservatic *lach* schön, dass das Wort dort steht...

Aber mal im Ernst, es ist echt schlimm.. die Lage ist so... ungewiss...

Ich finde den WP-Artikel ziemlich gut, er ist riiiiichtig lang, aber er erwähnt wirklich viel und ist wunderbar im Konjunktiv geschrieben, also meistens shcön distanziert. Ich hab mal hier udn da gelesen, eigentlich würde es lohnen, alles zu lesen..

werd wieder gesund